Gesundheitstipps

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Gesundheit & Vorsorge (00.00.2016)

Dass langes und monotones Sitzen Gift für den Rücken ist, dürfte sich längst herumgesprochen haben. Doch wie bekommt man mehr Bewegung in den Arbeitsalltag?

Steh mal wieder

85 % ihrer Arbeitszeit verbringen Bürobeschäftigte üblicherweise im Sitzen.
(Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)).

Rund 17 Millionen Bundesbürger, so Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), nehmen täglich auf einem Bürostuhl Platz - und sitzen, sitzen, sitzen. Allerdings sind es bei Weitem nicht nur Büroangestellte, die ihre Tätigkeit überwiegend im Sitzen ausüben. Längst aber ist wissenschaftlich belegt, dass die Anatomie des Menschen nicht für diese Haltung ausgelegt ist - insbesondere dann, wenn sie zum Dauerzustand wird. Nicht nur Rückenbeschwerden und Muskelverspannungen sind die Folgen, sondern auch Kopfschmerzen und eine allgemein verringerte Leistungdfähigkeit. Eine Alternative zum monotonen Arbeiten im Sitzen kann sein, bestimmte Arbeiten regelmäßig im Stehen zu verrrichten. Neben der Entlastung des Rückens durch den Haltungswechsel hat das Stehen noch eine Reihe von Zusatznutzen. "Das körperliche Wohlbefinden steigt und die Leistungsfähigkeit nimmt zu", erklärt Detlef Detjen von der Aktion Gesunder Rücken (AGR).

Steh-Sitz-Dynamik. Doch seine Arbeit ausschließlich im Stehen zu erledigen ist auch nicht die ultimative Lösung. "Alle Dinge, die wir statisch und dauerhaft über einen längeren Zeitpunkt durchführen, werden zur Belastung", betont AGR-Geschäftsführer Detjen. "Somit ist die beste Alternative und besonders förderlich für die Gesundheit an Büroarbeitsplätzen, ca. zwei- bis viermal pro Stunde zwischen Sitzen, Stehen und Gehen zu wechseln." Spezielle Büromöbel können dabei helfen. So haben sich mobile Stehpulte bewährt, die auch für spontane Meetings oder Tätigkeiten ohne PC genutzt werden können. "Höhenverstellbare Schreibtische haben den Vorteil, dass alle Hilfsmittel wie etwa der Monitor mit in Stehhöhe gebracht werden und die Arbeit problemlos fortgesetzt werden kann", do Detjen.

Tricks für mehr Bewegung. Um eine Steh-Sitz-Dynamik in den Arbeitstag nachhaltig zu integrieren, ist es sinnvoll, bestimmte wiederkehrende Tätigkeiten jedes Mal in einer bestimmten Position auszuführen, zum Beispiel telefonieren oder Post lesen beim Umhergehen. Mehr Dynamik "erzwingen" kann man, wenn etwa das Telefon, der Drucker, Kopierer oder auch der Papierkorb nicht in Griffweite untergebracht sind. Und Detjen empfiehlt: "Statt den Kollegen per E-Mail zu informieren, gehen Sie einfach mal hin." Unter Umständen kommen die Mitarbeiter im konkreten Arbeitskontext auf noch ganz andere Bewegungsideen - ein idealer Anlass, um ihre Kreativität in einem betriebsinternen Wettbewerb herauszufordern.

Stehen bei der Arbeit - 5 gute Gründe
1. Die Herzfrequenz während des Stehens ist zehn Schläge pro Minute höher als im Sitzen.
2. Der Kalorienverbrauch steigt von 2,6 Kalorien im Sitzen auf 3,3 Kalorien pro Minute im Stehen.
3. Im Stehen sinkt der Blutzuckerspiegel nach dem Essen deutlich schneller als im Sitzen.
4. Haltungswechsel stimulieren Gehirnzentren, die die Reaktionszeit verbessern.
5. Stehen erhöht die Bereitschaft, kleine Gänge im Büro zu machen, etwa um Kollegen persönlich aufzusuchen statt E-Mails zu schreiben.

Quelle: praxis aktuell - Das Unternehmermagazin der AOK Hessen